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Nach einer mehrmonatigen Kunstpause beginnen wir mit einem Rückblick. Rund fünf Jahre ist es her, seit spezialisierte Firmen auf breiter Basis anfingen, Serverplatz zu vermieten, so dass eine Webpräsenz auch für Kleine und Mittlere Unternehmen erschwinglich wurde. Damit begann der eigentliche Boom des World Wide Web.
Es war auch die Geburtsstunde von muinar, mit der Geschäftsidee, die Vorzüge des Internets den Firmen zugänglich zu machen.
Vor fünf Jahren starteten ausserdem die KMU-News. Anlässe genug, Ihnen eine Quintessenz aus fünf Jahren Web-Arbeit zu präsentieren. Fünf Punkte, die immer wieder übersehen werden, und fünf Fehler, die immer wieder gemacht werden. Letztere folgen dann im nächsten Beitrag.
Hier also - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - fünf entscheidende Kriterien, die sich in den letzten Jahren als gemeinsamer Nenner erfolgreicher Web-Präsenzen herausgestellt haben.
1. Internet ist Kommunikation
Das Internet hat sich als Kommunikations-Medium etabliert. Wer einen Internet-Anschluss hat, und das ist in Mittel- und Nordeuropa die Mehrheit, schaut oft erst im Internet nach.
Das Besondere am World Wide Web: Es ermöglicht den Dialog. Während seit Gutenbergs Zeiten die Massenmedien ein Einbahn-System bilden, also vom Autor zum Leser, Hörer oder Fern-Seher, begründet das Internet eine markante Veschiebung in Richtung Zwei-Weg-Kommunikation. Nicht jeder kann sich seine eigene Radiostation leisten, um seine Meinung kundzutun. Im Internet ist die Hürde für Eigen-Initiative wesentlich niedriger geworden.
Es ist bekannt, dass erfolgreichere Websites interaktiv sind, also die Aktionen und den Input des Users einbeziehen und reflektieren. Die Dialogfähigkeit des Netzwerks Internet impliziert jedoch noch etwas anderes: Die Sprache ist eine andere.
Jeder von uns ist fähig, aus dem üblichen Sales-Speech einer Print-Broschüre routiniert das Wesentliche heraus zu destillieren und die blumigen Adjektive und markigen Substantive zu überlesen. Internet-User goutieren diese Art von Texten jedoch nicht mehr.
Die Kunden-Ansprache 'von oben herab' wirkt im Web deplaziert. Der gegenüber einem Flyer geringere Platz auf einem Bildschirm ist viel zu wertvoll, um nicht sofort auf den Punkt zu kommen. Das Web ist ein offenes System, zu dem sehr viele beitragen. Es gibt zu viele vergleichbare Sites, die als Informationsquelle dienen können, wenn die Inhalte auf Ihrer Site zu wenig Substanz haben oder irgendwie umständlich zu handhaben sind.
Ganz offensichtlich wird der Schaden bei Websites, die erst minutenlang laden müssen und dann ausser einem Wow-Effekt wenig bieten. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag vom April.
2. Indexierbarkeit
Die Suchdienste ermöglichen erst die breite Nutzung der Inhalte, die auf dem globalen Netz angeboten werden. Die Suchroboter 'lesen' Ihre Website und indexieren sie nach Kriterien der Relevanz. Dies kann sich für Ihre Website sehr lohnen, denn sie wird ohne Suchdienste kaum gefunden.
Doch dazu muss die Site erstens Maschinen-lesbar sein, und sie muss zweitens für Ihre potentiellen Leser eine Relevanz erhalten. Maschinen-Lesbarkeit bedeutet ASCII-Text, also direkte Programmierung in HTML. Grafiken und Applikationen wie etwa Java und Flash können nicht indexiert werden!
Es ist also ziemlich leicht, in falsch verstandenem grafischen Eifer ein Schwarzes Loch zu produzieren - eine Website, die von den Suchdiensten komplett übersehen wird. Oder die nur unter nichtssagenden Suchbegriffen wie 'Kontaktseite' oder 'Copyright' - wenn überhaupt - gefunden wird, da alle anderen Links aus starren Grafiken bestehen. Vermutlich nicht das, was Sie beabsichtigen...
3. Flache Hierarchien
Auch flache Hierarchien begünstigen die Indexierbarkeit, denn die Such-Roboter folgen nicht allzu vielen Links und Unter-Links, wenn sie einmal auf Ihrer Startseite angelangt sind. Flache Hierarchien sind jedoch auch übersichtlicher für Ihre Besucher.
Viele Websites weisen zu grosse vertikale, oder schlimmer, völlig verschachtelte Hierarchien auf. Der User kann sich eine Aufteilung in Rubriken und Unterseiten noch gut vorstellen. Mehr als drei Ebenen sind aber oft nicht mehr intuitiv nachvollziehbar. Das rächt sich dann, wenn der User nicht mehr zum Ausgangspunkt zurückfindet und entnervt die Website verlässt.
Hilfsmittel wie Breadcrumbs, also die grafische Abbildung des Dateipfads oder eine Angabe 'Sie befinden sich hier', geben Orientierung - werden aber nur zu oft weggelassen.
4. Transparenz
Auch dieser Punkt tangiert ein wenig die genannte 'Sales Speech'. Wenn Sie zum Beispiel eine Website mit Immoblien-Angeboten haben und behaupten, Sie hätten 'äusserst viele' oder 'die meisten' Inserate, oder diese Website würde 'stark besucht', so werden dies die meisten Besucher stark relativieren.
Wenn Sie das Vertrauen Ihrer User gewinnen wollen, zeigen Sie stattdessen, wie es sich wirklich verhält. Im Web lässt sich dies sogar automatisieren, so dass Sie die aktuellen Zahlen nicht immer wieder selber eintragen müssen. (Ein einfaches Beispiel zur Illustration: Schweizer Immobilien).
Da die Besucher Ihrer Website nichts von Ihnen hören oder sehen, ist das Schaffen von Vertrauen ein entscheidender Faktor für den Erfolg Ihrer Webpräsenz. Transparenz ist eines der stärksten Mittel hierzu.
5. Trennung von Form und Inhalt
Für das vorgenannte Beispiel brauchten wir eine Datenbank. Auch die KMU-News entspringen einer Datenbank. Das bedeutet: Es gibt ein 'Template', also eine leere Vorlage ohne Text, und da hinein werden vom Server individuell für jeden Besucher die Inhalte 'gefüllt'.
Das erleichtert es natürlich sehr, neue Artikel zu verfassen: Die Texte werden einfach in die Datenbank eingegeben. Auf der Website erscheinen diese dann automatisch, inklusive der erforderlichen Links, Beschreibungen und Inhaltsverzeichnisse.
Nehmen wir noch die CSS-Technologie dazu, welche die Formatierung aller Seiten dieser Website mit einigen wenigen Befehlen organisiert, dann haben wir eine vollkommene Trennung von Struktur und Inhalt. Weshalb ist das wichtig?
Es ist wie gesagt eine erhebliche Erleichterung für Updates, und der klarere Programmcode reduziert den Aufwand bei Änderungen an der Site selbst. Das bedeutet eine lebendigere, aktuellere Webpräsenz, welche dadurch für die Besucher attraktiver ist - insbesondere für die wiederkehrenden Besucher! Ausserdem favorisieren 'smarte' Suchdienste wie z. B. Google häufiger ändernde Webpräsenzen, weil sie davon ausgehen, dass diese aktueller sind und mehr Informationen bieten.
Wenn Sie einmal ein Redesign machen mussten, wissen Sie, dass dies manchmal den selben Aufwand bedeutet wie eine neue Website - wenn jedoch Design und Inhalte sauber getrennt behandelt wurden (leider war dieses Thema vor zwei Jahren noch nicht aktuell), so erzielen Sie erhebliche Einsparungen.
Ein grosses Potential liegt in der Möglichkeit, die selben Inhalte auf verschiedenen Devices, in unterschiedlichen Geräten anzuzeigen: Ihre Website also nicht nur im Computer des Users, sondern auch auf dem Palm, im TV, im Auto, auf dem Microwave,...
Auch deswegen hat das W3C-Konsortium in seiner Formulierung der Web-Standards vorgesehen, dass die Trennung von Form und Inhalt von zukünftigen Browsern vorausgesetzt wird. Wer dann noch mit dem WYSIWIG-Editor programmiert, ist weg vom Fenster!
Das ist das Stichwort, um zu den fünf Negativpunkten überzuleiten: Lesen Sie im kommenden Beitrag, welche Fehler eine erfolgreiche Webpräsenz vermeidet.
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