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Ohne Standards würde das Web irrelevant

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13.04.2005  |  Am Anfang des World Wide Web stand bekanntlich ein Kommunikationsbedürfnis der Genfer CERN-Forscher.

Wenn Wissenschaftler sich austauschen, dann meist über Texte, welche unzählige Querverweise zu anderen Quellen enthalten. Damit der Textzusammenhang trotz der vielen Verweise noch erkennbar bleibt, gibt es die Konvention der Fussnote. Und was hat nun die Fussnote mit unserem Thema, dem Web, zu tun? So ziemlich alles!

Liegen Text und Quellen in elektronischer Form vor, dann lässt sich die Fussnote durch einen Hyperlink ersetzen; man erhält einen gewaltigen Komfort- und Zeitgewinn. Die wissenschaftliche Umgebung am CERN hat offensichtlich die Entstehung des Web begünstigt. Die entscheidende Erfindung war der Hyperlink, diese 'anklickbare Fussnote', welcher der Baustein des rasch expandierenden World Wide Web wurde.

Und das zugrundeliegende Bedürfnis war der freie Austausch von Informationen.

Ähnlich wie beim Markt der Waren fördert auch beim Bazar des Wissens ein freier Austausch den Fortschritt. Es liegt im Interesse aller Teilnehmer, die Hindernisse für den Austausch so klein wie möglich zu halten. Sollte man jedenfalls meinen. Doch analog zur Wirtschaft gibt es auch hier Subjekte, die andere Interessen haben. Das sind auf der einen Seite die Firmen, welche Monopole aufbauen wollen, und auf der anderen Seite das Fussvolk, die Webdesigner, die dabei mitmachen.

Ein Beispiel: Microsoft entwickelte gegen Ende der Neunziger Jahre eine neue Version des Internet-Explorer, die mit Code-Fehlern auf Websites toleranter umgehen sollte. Was zunächst wie eine gute Idee klingt, erwies sich bald als Bumerang: Heute besteht genau aus diesem Grunde der grössere Teil des World Wide Web aus fehlerhaftem Code. Logisch, dass diese Websites nur mit dem Browser von Microsoft 'fehlerfrei' dargestellt werden können!

Feine Strategie, was, doch hier kommt der Bumerang: Dass der Internet-Explorer heute gegenüber der Browserkonkurrenz technisch derart ins Hintertreffen geraten ist, liegt zu einem Grossteil daran, dass Microsoft seine Browser-Engine nicht weiterentwickeln kann, sie nicht den Webstandards anpassen kann, ohne dass plötzlich all diese Websites dastehen wie der berühmte Kaiser mit den neuen Kleidern. Nun fragt man sich bei Microsoft, ob man seine Anhänger im Regen stehen lassen soll... Jene 'professionellen Webdesigner', die ihre Produkte nur in Internet-Explorer auf Windows testeten und sie dann dem Kunden übergaben.

Doch eigentlich hat die Industrie grosses Interesse an der Verhinderung von Herstellermonopolen im Web. Wenn sich das Internet nur noch mit den Produkten eines einzelnen Herstellers nutzen lässt, entwertet das sofort die Inhalte, alles verliert sogleich seine Neutralität und Glaubwürdigkeit. Das Web wäre innert kurzer Zeit irrelevant.

Daher sitzen auch Microsoft und andere grosse Firmen mit im W3C, dem World-Wide-Web-Consortium, das von dem Mann geleitet wird, der damals am CERN in Genf das WWW erfunden hat: Hier sehen Sie ein Foto von Tim Berners-Lee.

Das W3C wurde bereits 1994 gegründet, um, gemäss Eigentext, das Web einem höheren Potential zuzuführen. Das höchste Potential erreicht es zweifellos dann, wenn der Informationsaustausch ungehindert geschehen kann, über die Schranken von System- und Softwarearchitekturen hinweg. Bereits seit 1998 existieren die W3C-Standards, nach denen moderne Browser funktionieren und moderne Websites codiert sind, sein sollten.

Immer mehr Website-Betreiber schützen ihre Investition und achten darauf, von ihren Webdesignern nicht Buchstabensuppe serviert zu bekommen, sondern validen Code, der den gültigen Webstandards des W3C entspricht. Sie haben dadurch unmittelbar ein grösseres Publikum. Der Code muss nicht mit jeder neuen Browsergeneration wieder angepasst werden. Und Updates sowie Erweiterungen bedeuten wegen der gesteigerten Unterhaltsfreundlichkeit weniger Aufwand.

Nicht sicher, ob Ihre Website die Standards erfüllt? Mailen Sie mir.

 

Lesen Sie hierzu auch: Der Kunde sieht's ja nicht - Wie Schweizer Webagenturen pfuschen - und wie Sie es als Kunde doch merken

 

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