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Google und Facebook beobachten uns online auf Schritt und Tritt

Es wird Zeit, dass wir ihnen Einhalt gebieten. Von Gabriel Weinberg, CEO und Gründer von DuckDuckGo.

Um dieses Jahr noch echten Fortschritt im Datenschutz zu erzielen, muss in Sachen Google und Facebook konkret etwas getan werden. Wenn keine Massnahmen erfolgen, käme dies dem vergeblichen Versuch gleich, abzunehmen ohne die Ernährung zu verändern - schlicht ineffizient.

Der Einfluss dieser zwei Konzerne auf unsere Privatsphäre kann nicht überschätzt werden. Vielleicht haben Sie ja bereits eine Vorstellung davon, dass verborgene Tracker auf den meisten Websites, die Sie besuchen, lauern und Ihre persönlichen Informationen aufsaugen.

Kaum einer weiss jedoch, dass mittlerweile 76 Prozent aller Websites versteckte Google-Trackers beinhalten und 24 Prozent verborgene Facebook-Trackers betreiben (Princeton Web Transparency & Accountability Project). Der nächstfolgende Konzern ist Twitter mit 12 Prozent. Es wird klar, dass Google und Facebook Sie auf vielen Websites, die Sie besuchen, beobachten - und Sie zusätzlich noch tracken, wenn Sie Google und Facebook nutzen.

[Diese Tracker befinden sich standardmässig auf praktisch jeder Gratis-Website, die man vom Internet herunterladen kann. Wer eine solche Website betreibt, schadet seinen eigenen Besuchern, indem er sie von Google tracken lässt.]

Diese zwei Konzerne haben als Ergebnis riesige Datenmengen über jede Person angehäuft. Diese beinhalten Ihre Interessen, Ihre Einkäufe, Ihre Sucheingaben, Ihren Surf-Verlauf, Ihre Offline-Ortswechsel und noch viel mehr. Diese sensiblen Datensammlungen verwenden sie für invasive, gezielte Werbung, welche Sie dann zum Beispiel auf dem Internet verfolgt.

Dieses Werbesystem wurde entworfen, um Hyper-Targeting zu ermöglichen. Hyper-Targeting hat zahlreiche unvorhergesehene Konsequenzen. Finstere Zeitgenossen können das System beispielsweise zur Manipulation der Unbedarften benutzen, oder man kann in diskriminierender Weise ganze Gruppen ausschliessen.

Aufgrund der flächendeckenden Verbreitung der Tracker im Internet können die gesammelten, persönlichen Daten zu massiven Datenprofilen konglomeriert werden. So ist es Google und Facebook möglich, ein viel besseres Hyper-Targeting anzubieten als der Wettberwerb.

Das Ergebnis ist, laut eMarketer, dass 63 Prozent aller digitaler Werbung von Google und Facebook stammt. Sie sind ebenso verantwortlich für 74 Prozent Wachstum des Marktes. Zusammen bilden sie ein enges Werbungs-Duopol, welches keine Anzeichen dafür macht, dass dies einmal nachlassen wird.

Google und Facebook verwenden Ihre Daten auch, um zunehmend ausgeklügelte AI-Algorithmen zu speisen, die Sie in eine Filter-Bubble setzen - ein alternatives digitales Universum, welches bestimmt, was Sie sehen, indem Algorithmen abschätzen, worauf Sie am ehesten klicken werden.

Diese Echokammern verzerren die Realität der Bevölkerung und schaffen dabei Myriaden von unbeabsichtigten Folgen, wie zum Beispiel eine zunehmende soziale Polarisierung. Auf ihrem nie endenden Marsch zum Profit aus immer mehr persönlichen Daten nehmen Google und Facebook wenig Rücksicht auf die negativen Konsequenzen ihrer durchgebrannten Algorithmen.

Was lässt sich von hier aus tun?

Lassen Sie sich nicht durch vorgeschützte Selbstregulierung täuschen, denn alle nützlichen und nachhaltigen Datenschutz-Reformen bei Google und Facebook widersprechen grundsätzlich deren Kerngeschäft: Hyper-Targeted Advertising, gespiesen durch mehr und mehr intrusive persönliche Kontrolle. Änderung muss demnach von aussen erfolgen.

Leider hat man bisher aus Washington nur wenig gesehen. Der Kongress und die zuständigen staatlichen Dienststellen brauchen einen neuen Anlauf. Sie müssen zusehen, was getan werden kann, um diese Datenmonopole einzudämmen. Mehr Transparenz in den Algorithmen und in den Datenschutz-Richtlinien muss durchgesetzt werden, damit die Bevölkerung wirklich versteht, wie umfangreich ihre persönlichen Daten von diesen Konzernen gesammelt, verarbeitet und genutzt werden. Erst dann werden informierte Entscheide möglich.

Es muss auch gesetzlich festgelegt werden, dass die Bevölkerung ihre eigenen Daten besitzen kann, um auch tatsächliche Opt-Outs zu ermöglichen. Schlussendlich geht es um Restriktionen, wie die Daten kombiniert werden können, und es geht auch darum, Akquisitionen aggressiver zu blockieren, welche Datenmacht konsolidieren. Dies ebnet den Weg zu mehr Wettbewerb im Digital Advertising.

Bis wir solche sinnvollen Veränderungen sehen, sollten Konsumenten mit ihren Füssen abstimmen. Bei DuckDuckGo stellten wir fest, dass bereits ein Viertel der erwachsenen Amerikaner signifikante Massnahmen treffen, um ihre Privatsphäre zurückzugewinnen. Eine Hilfe bei diesen Bemühungen sind nahtlose Browser-Add-Ons, welche die versteckten Tracker von Google und Facebook auf dem ganzen Internet blockieren, sowie zunehmende Alternativen zu deren Kerndienstleistungen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man tatsächlich Google- und Facebook-frei leben kann.

Wenn bezüglich Google und Facebook nichts getan wird, werden wir mehr desselben bekommen: Mehr Hyper-Targeting, mehr algorithmische Verirrung, weniger Wettbewerb und einen weiteren Abbau der damit zusammenhängenden Medienindustrie. Genug ist genug.

Der völlige Verlust der eigenen Privatsphäre im Internetzeitalter ist nicht unumgänglich. Mit einer durchdachten Gesetzgebung und einer wachsender Verantwortung der Konsumenten schaffen wir entscheidende Verbesserungen. Ich hoffe, auf das Jahr 2018 als einen Umkehrpunkt im Schutz persönlicher Daten zurückblicken zu können. Auf ein Jahr, in welchem die negativen Auswirkungen zweier Konzerne, die so viel von unserer digitalen Zukunft kontrollieren, nicht mehr akzeptieren wollten.


Kommentar von Gabriel Weinberg, CEO und Gründer von DuckDuckGo, in CNBC, übersetzt von Webdesign Schweiz.

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